Karl Edlbauer erzählt, wie er nach dem Verkauf von hokify an Karriere.at gemeinsam mit Daniel Laiminger und Simon Tretter one100.ai gegründet hat – und warum das Telefonproblem in Arztpraxen das konkreteste, dringendste Problem war, das sie lösen konnten.

Karl Edlbauer
Gründer One100

Daniel, Simon und ich haben hokify verkauft.
Das klingt nach einem Schlusspunkt. Für uns war es das Gegenteil – es war der Startschuss für etwas, das wir uns schon lange vorgenommen hatten.
Hokify war unser erstes gemeinsames Kapitel. Wir haben eine Jobplattform von null auf über 100 Mitarbeitende aufgebaut, sie zu einer der führenden Recruiting-Plattformen im DACH-Raum gemacht und sie 2024 an Karriere.at verkauft. Viel Arbeit, viele Lernkurven, viele schlaflose Nächte – und am Ende ein Ergebnis, auf das wir stolz sind.
Aber nach einem Exit stellt sich zwangsläufig eine Frage: Was kommt als Nächstes?
Ich muss kurz einen Scherz einwerfen – weil er mehr Wahrheit enthält als mir lieb ist.
Jeder Start-Up-Exit-Mensch macht irgendwas mit Longevity.
Und ja, wir auch. Zumindest am Anfang.
Als Start-Up-Gründer mit über 100 Mitarbeitenden lernt man sehr schnell, wie zentral die eigene Gesundheit ist. Nicht als nettes Extra, sondern als absolut kritische Grundlage für alles andere. Wir haben uns als Team intensiv damit auseinandergesetzt: Schlaf, Bewegung, mentale Belastbarkeit, präventive Medizin. Und wir dachten: Hier gibt es sicher ein großes digitales Problem zu lösen.
Also haben wir gebaut. Daniel und ich haben uns – komplett gehypt von Vibe Coding – ein vollständiges digitales Gesundheitsvorsorge-Produkt zusammengebaut. Technisch stark. Viele Features. Ehrlich gesagt: richtig gut.
Und trotzdem haben wir es wieder verworfen.
Nicht weil es schlecht war. Sondern weil es nicht die eine präzise Lösung für ein wirklich großes, konkretes Problem war. Wenn man heute alles bauen kann, entsteht sehr leicht eine Sammlung von Features – ohne sich ausreichend Zeit zu nehmen, wirklich zu verstehen, was für Nutzer:innen zählt.
Parallel dazu haben wir etwas getan, das sich im Nachhinein als wichtigste Entscheidung herausgestellt hat: Wir haben mit Ärzt:innen, Therapeut:innen und Praxisleitungen geredet. Viele von ihnen. Immer mit der gleichen offenen Frage:
„Wenn wir euch ein Problem lösen könnten – welches wäre es?"
Wir haben eine Antwort erwartet rund um Dokumentation, Abrechnung oder digitale Patientenakten. Stattdessen sagten 9 von 10 befragten Personen dasselbe:
Das Telefon.
Nicht die Diagnose-Software. Nicht die Abrechnung. Das Telefon.
Wer das zum ersten Mal hört, wundert sich vielleicht. Ich auch. Aber je mehr Gespräche wir geführt haben, desto klarer wurde das Bild.
Was wir dort vorgefunden haben, war kein Randproblem. Es war ein systemisches, täglich spürbares Versagen an einem der zentralsten Kontaktpunkte im Gesundheitswesen.
Auf Seiten der Praxis: Das Telefon läutet ununterbrochen. Gleichzeitig stehen Patienten am Empfang, müssen Unterlagen bearbeitet werden, laufen Abläufe im Hintergrund. Das Team ist am Limit. Jeder Anruf ist eine Unterbrechung. Und trotzdem kann man nicht einfach nicht abheben – denn dahinter steckt jemand, der vielleicht dringend einen Termin braucht.
Auf Seiten der Patient:innen: Dauerbesetzt. Warteschleife. Wieder dauerbesetzt. Das Anliegen nie richtig platzieren können. Frustrierte Bewertungen, die niemanden wirklich helfen – aber den Ruf der Praxis beschädigen.
Jeder dritte Anruf in Arztpraxen bleibt unbeantwortet. 30 Prozent. Nicht weil sich niemand kümmert. Sondern weil das System schlicht überlastet ist.
Das ist eine Lose-Lose-Situation. Und genau dort wollten wir ansetzen.
Uns war von Anfang an klar: Wir bauen keinen „KI-Anrufbeantworter". Wir bauen keine Lösung, die einfach nur abheben und vertrösten kann.
Wir bauen eine spezialisierte, medizinische Prozess-KI.
Der Unterschied ist entscheidend. Eine MRT-Buchung funktioniert anders als eine OP-Abklärung. Eine Physiotherapie anders als ein Ersttermin in der Orthopädie. Eine Rezeptanfrage hat eine andere Logik als eine Notfallweiterleitung. Genau diese Komplexität haben wir in one100.ai abgebildet.
Die KI-Telefonassistentin von one100.ai:
Das Empfangsteam kann in Ruhe arbeiten. Administrative Aufgaben werden von der KI von Anfang bis Ende übernommen. Und Anrufer:innen kommen durch – immer.
Eine Sache hat sich für mich über all die Jahre nicht verändert: Gute Produkte haben meist sehr wenige Features. Aber diese lösen ein sehr konkretes, relevantes Problem.
Dieses Prinzip hat one100.ai stark geprägt.
Der Praxisalltag ist bereits komplex genug. Deshalb ist one100.ai bewusst so gebaut, dass keine technischen Vorkenntnisse nötig sind:
Die Einrichtung ist einfach und nachvollziehbar. Abläufe lassen sich klar definieren und anpassen – ohne Entwicklungsaufwand. Ärztinnen, Therapeuten, Empfang und Verwaltung können das System intuitiv nutzen, auch bei hoher Auslastung.
one100.ai läuft bereits bei mehreren medizinischen Einrichtungen im Einsatz – darunter das The Aurora Ärztezentrum, mit Dr. Fritz Höllerer als Medical Advisor an unserer Seite.
Für uns ist das erst der Anfang.
Unsere Vision ist größer: Wir wollen die KI-Schnittstelle für Patientenkommunikation im Gesundheitswesen werden. Egal ob künftig jemand anruft, online bucht oder sein persönlicher KI-Assistent einen Termin reserviert – auf Praxis-Seite braucht es eine sichere, strukturierte, sprachbasierte Lösung. Genau diese bauen wir.
One100 ist dabei kein statisches Produkt. Wir entwickeln die Plattform laufend weiter – neue Integrationen und Funktionen entstehen direkt aus dem Praxisalltag heraus, gemeinsam mit den Einrichtungen, die das System täglich nutzen.
Früher war Coden der Engpass. Heute geht es darum, das richtige Problem zu finden.
Mit modernen Tools und AI kann man heute sehr viel selbst umsetzen – schnell, iterativ, ohne riesige Entwicklerteams. Produktentwicklung ist einfacher geworden. Und genau darin liegt die eigentliche Herausforderung: Wenn man alles bauen kann, muss man besonders sorgfältig auswählen, was man baut.
Das Telefonproblem im Gesundheitswesen ist ein großes, konkretes, täglich schmerzhaftes Problem. Es betrifft Millionen von Patienteninteraktionen. Und es hatte bisher keine wirklich passende Antwort.
Daniel, Simon und ich glauben, dass wir genau die richtigen Voraussetzungen mitbringen, um das zu ändern: jahrelange Erfahrung im Aufbau digitaler Produkte, ein tiefes Verständnis für das Zusammenspiel von Technologie und Nutzerbedarf – und die Überzeugung, dass gute Lösungen einfach sein müssen.
Wieder gemeinsam zu gründen fühlt sich genauso richtig an wie beim ersten Mal.
Du arbeitest im Gesundheitsbereich oder kennst Therapeut:innen, Ärzt:innen oder Praxisleitungen, die das Telefonproblem kennen? Melde dich gerne direkt bei mir oder probiere one100.ai auf unserer Website selbst aus.
Lassen Sie sich unverbindlich und kostenlos beraten. Wir analysieren Ihre Prozesse und zeigen Ihnen, wie die KI Telefonassistentin Ihre Anrufe übernehmen kann.
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